Harvard

Die private Harvard University wurde 1936 in Cambridge Massachusetts in den Vereinigten Staaten unter dem Motto Veritas, zu Deutsch Wahrheit, gegründet. Als älteste Universität Amerikas sind ihre Gründerväter in der Massachusetts Bay Colony zu finden, insbesondere jedoch auch bei John Harvard, dessen Namen sie heute trägt. Zum Gründungszeitpunkt war sie, ebenso wie die Cambridge University in London, College, das erstmals im Jahr 1643 Stipendien vergab. Nach 37 Jahren College wurde Harvard schließlich im Jahr 1780 Universität.

Britische Einflüsse der Anfangszeit

Natürlicherweise waren die Anfänge des College Systems der Harvard University stark von den britischen Vorbildern beeinflusst. Britische Kolonisten brachten eine eher puritanische Lebensweise ein. Doch das Bild änderte sich mit fortschreitendem Erfolg der Universität und mit dem ausgeweiteten Lehrangebot. Viele namhafte Wissenschaftler wie James Russell Lowell oder Henry Wadsworth Longfellow und auch Gertrude Stein schlossen sich der Harvard University an und prägten das neue Bild. Die Medizin nahm eine exponierte Stellung ein und eine Krankenhausgründung folgte. Harvard entwickelte sich zur internationalen Universität, an dem auch ab 1897 Frauen zum Studium zugelassen wurden. Dafür stand besonders das Radcliffe College.

Das Freshmen Prinzip

Neue Studenten wurden mit einer weiteren Umstrukturierung unter der Leitung von Abbott Lawrence Lowell nahe der Universität in eigens für sie vorgesehene Gebäuden untergebracht. Die Absicht dahinter war, ihnen eine Atmosphäre zu bieten, die sie in kleineren Colleges langsam an die Größe der Harvard University gewöhnen sollte. Das Prinzip Freshmen bewährte sich und wird auch heute noch für Studienneulinge angewandt.

Die Harvard-Struktur heute

Zur Harvard University zählen heute wirtschaftlich eigenständige Institutionen, wozu neun einzelne Fakultäten zählen, die insgesamt 12 Schulen und Colleges verwalten. Das Radcliffe Institute for Advanced Study nimmt eine Sonderstellung ein. Zu den einzelnen Colleges zählen so bekannte Schulen wie Harvard Business School und die John F. Kennedy School of Government. Die Harvard Universität kann in guter alter Gründertradition auf eine der ältesten Bibliotheken der Vereinigten Staaten blicken. Im Widener Library Gebäude befinden sich weit mehr als 14,5 Millionen Bände und präsentiert sich heute als weltweit größte Bibliothek. Bekannt ist die Harvard Universität wegen ihres American Footballs, das im Harvard-Stadion ausgetragen wird und weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Bewerberverfahren und Institute im Ausland

Natürlich können heute sowohl weibliche als auch männliche Studenten zu beinahe gleichen Teilen aufgenommen werden. Doch das Bewerberverfahren ist eines der härtesten Auswahlverfahren weltweit. Aufgenommen werden nur 10 Prozent aller Bewerber. Zu den Berühmtheiten aus Harvard zählen viele prominente Namen wie T. S. Eliot und Waldo Emerson, John F. Kennedy, Henry Kissinger, Herbert Marcuse, Bill Gates und der Friedensnobelpreisträger Al Gore. Die Harvard University ist auch in Italien in der Villa I Tatti in Settignano vertreten. Studenten können sich dort in italienischem Ambiente den Renaissancestudien widmen. Auch in Österreich befindet sich in Salzburg ein Institut der Harvard University im Schloss Leopoldskron, das internationale Salzburg Seminar.